Aller guten Dinge sind vier – Schweizer Familien-Filme in Solothurn
Während in anderen Jahren keine Filme zu sehen war, die sich explizit an Familien, Kinder oder Jugendliche richteten, war das Angebot 2026 von Filmen aus dieser Kategorie fast überwältigend. Gleich vier Filme für verschiedene Altersklassen kamen hier auf die Leinwände. Ein Festivalbericht von unserer Fachredaktorin Bettina Wegenast.
Dino- und andere Saurier, die bis vor 66 Millionen Jahre die Erde bevölkerten, üben noch immer eine grosse Faszination aus. Zwar weiss niemand so genau, wie sie gelebt haben und wie genau sie ausgesehen haben – Federn oder nicht Federn? Aber dass sie gelebt haben, ist unbestritten.
Alles was wir wissen haben wir unter anderem der Mitbegründerin der Paläontologie, Mary Anning, zu verdanken. Sie hat um 1810 schon als 12-Jährige damit begonnen nach Fossilien zu suchen. Sie war die erste, die ein komplettes Saurierskelett freilegte und feststellte, dass es sich um eine bisher unbekannte Spezies handelt.
Das kleine Mädchen Mary Anning und ihre Begeisterung für Fossilien
Von dieser Geschichte erzählt der Trickfilm «Mary Anning». Der 2-D Film eignet sich nicht nur für Fossilien-Fans. Die Geschichte handelt vom kleinen Mädchen Mary, das sich gegen alle Widerstände seiner Zeit behauptet.
Für Fans finden sich auf der Website des Films viele zusätzliche, sorgfältig erarbeitete Materialien: von einem Arbeitsheft über ein pädagogisches Dossier bis hin zu einem einfachen Game. Der Film eigen sich für ZuschauerInnen ab 8 Jahren.
Mehr Infos gibt’s hier: Mary Anning.
Mein Freund Barry – der legendäre Bernhardiner
Bernhardiner «Barry» ist legendär. Die Geschichte vom tapferen Katastrophensuchhund, der mit einem Fässchen um den Hals auf dem Grossen Sankt Bernhard-Pass unzählige Menschen gerettet hat, gehört zum schweizerischen Kulturgut. Der Balg des legendären Bergretters kann noch immer ausgestopft im naturhistorischen Museum in Bern bestaunt werden.
Im Spielfilm «Mein Freund Barry» wird aus der Legende eine Freundschaftsgeschichte. Der kleine Georg wird von seinem Bruder im Kloster auf dem Pass zurückgelassen. Es ist Winter, Georg hat Zeit und so päppelt er einen schwächlichen Welpen auf und trainiert ihm als Suchhund. Unterstützt wird er dabei von der «toughten» Resi. Gegenspieler der beiden ist der schnöselige Stadtjunge Celestin, der dann später prompt von Barry gerettet werden muss.
Mögen die Dialoge manchmal etwas aufgesagt wirken, aber tapfere Kinder, putzige Hunde, eine bunte Truppe von interessanten Nebenfiguren und das alles vor einem wunderschönem Berg-Panorama machen «Barry» zu einem perfekte Familienfilm für Menschen ab 9 Jahren.
Mehr Infos gibt’s hier: Mein Freund Barry.
Der Prank – für einmal eine rasante und unterhaltsame Verfolgungsjagd
Aprilscherz? Dieser seltsame Brauch, klingt nach Spass! Und dieser Spass will sich der chinesische Austauschschüler Xi Zhou auf keinen Fall entgehen lassen. Er steckt eine nur zweimal getragene Unterhose in eine Pizzaschachtel und vertauscht sie mit einer andern aus dem Auto des Pizzaboten.
Wie sich herausstellt, steckt auch in dieser keine Pizza, sondern dicke Packen Geldscheine.
Was als derber Scherz begonnen hat, entwickelt sich zu einer rasanten und höchst unterhaltsamen Verfolgungsgeschichte, in der drei aufgeweckte Kinder eine ausgewachsene Mafia-Gang überlisten.
Eine energiegeladene, fröhliche Krimikomödie mit schnellen Schnitten und mit einigen überraschenden Wendungen. Ein Film für Menschen ab 12 Jahren.
Mehr Infos gibt’s hier: Der Prank.
Der aussergewöhnliche Handy-Film «Wyld»
Der Kinofilm «Wyld» beruht auf der SRF-Serie «Becoming Momo». Die Serie wurde mit dem Handy gefilmt und alle Protagonisten entwickelten ihre Figuren selbst mit: die angepasste Zoe, die rebellische Momo und Ben, der grade nach seiner sexuellen Identität sucht.
Ihre Geschichten wurden nicht minuziös «gescriptet», sondern liessen Platz für Improvisationen.
Die rund 500 Folgen der Serie wurden speziell für Instagram entwickelt und ab 2021 auch nur auf Insta ausgestrahlt. Im Kino laufen nun drei Geschichten im Splitscreen parallel als drei Streifen nebeneinander her.
In «Wyld» geht es oft direkt zur Sache: was soll der Stress in der Schule? Warum macht man überhaupt eine Ausbildung, wenn’s doch zu allem Youtube-Videos gibt? Sex, wie wann und mit wem? Und wie geht man mit Gewalterfahrungen um? Durch die ungewohnte Präsentation wirken die an sich eher unspektakulären Geschichten authentisch und bringen einen frischen Wind ins Kino.
Mehr Infos gibt’s hier: Wyld.
Fachredaktion
